Pollenflugkalender für Neustadt an der Weinstraße

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Informationen zum Thema Pollenallergie

Was ist Pollenallergie?

An Pollenallergie, also einer Allergie gegen Blütenstaub (Pollen), umgangssprachlich auch als "Heuschnupfen" bezeichnet, leiden in Deutschland etwa 15 bis 25 Prozent der Bevölkerung. Der Begriff Heuschnupfen bezieht sich dabei genau genommen auf den allergischen Schnupfen (Rhinitis allergica), der auch bei anderen Allergien, beispielsweise gegen Pilzsporen, Hausstaubmilben, Federbetten oder Haustiere auftritt.
Da die Pollenallergie von den Flugzeiten der verschiedenen Pflanzen abhängt, kann sie zu unterschiedlichen Zeiträumen im Jahr auftreten (Beachten Sie hierzu bitte unseren Pollenflug-Kalender für Neustadt an der Weinstraße).
Wer unter einer Pollenallergie leidet, entwickelt möglicherweise auch allergische Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel. Diese sogenannte Kreuzallergie entsteht durch Ähnlichkeiten des allergieauslösenden Pollens mit bestimmten Eiweißen in Nahrungsmitteln, auf die der Körper dann ebenfalls allergisch reagiert. Ein Beispiel wäre hier die Birkenpollenallergie, aus der sich später eine ebenfalls auftretende Allergie gegen Haselnüsse entwickeln kann.
Bei Pollenallergie spielt die erbliche Veranlagung eine große Rolle. Man ist zu 60%  allergiegefährdet, wenn die Eltern selbst auch unter einer Pollenallergie leiden. Sie tritt zumeist bereits in der frühen Kindheit auf und bleibt ein Leben lang bestehen.

 

Was sind Pollen?

Pollen sind Blütenstaub von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide und Wildkräutern.  Die Befruchtungszellen der Pflanzen entleeren bei Kontakt mit der menschlichen Schleimhaut ihren Zellinhalt. Dies verursacht bei nicht wenigen Menschen allergische Reaktionen. Oftmals ist es nicht nur der Blütenstaub einer einzigen Pflanze, sondern ein Gemisch aus verschiedenen Pflanzen.


Wie äußert sich eine Allergie?

Eine Pollenallergie äußert sich durch folgende Beschwerden:

  • Augentränen, -jucken und -schwellung
  • Niesreiz
  • Fließschnupfen
  • Verstopfte Nase
  • Husten
  • Atemnot
  • Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit

Diese Beschwerden werden ausgelöst, da Pollenallergiker überempfindlich auf den Zellinhalt des Blütenstaubs reagieren. Ihr Körper bildet Abwehrstoffe dagegen. Durch das Zusammentreffen der Abwehrstoffe und der Allergene an Augen und Nase kommt es zu einer Reizung der Schleimhäute.

 

Was ist die Ursache?

Ursache für eine Pollenallergie ist eine allergische Reaktion vom Soforttyp ( eine so genannte Typ-I-Allergie) auf die Oberflächenstruktur von eigentlich harmlosen Pflanzenpollen. Nach dem diese das erste Mal mit dem Immunsystem des Körpers in Kontakt gekommen sind, bildet dieses spezielle Abwehrstoffe, die IgE-Antikörper, aus. Bei einem weiteren Kontakt binden sich diese IgE-Antikörper an sogenannte Mastzellen, die daraufhin Entzündungsbotenstoffe ausschütten – die Histamine. Als Reaktion darauf weiten sich Blutgefäße, während sich gleichzeitig ein Teil der Atemwege, die Bronchien, verengt. Die freigesetzten Histamine locken zudem Abwehrzellen des Immunsystems in die Atemwege und führen dort zu Entzündungsreaktionen. 

 

Ist ein Allergietest sinnvoll und welche Tests gibt es?

Es ist wichtig für den Pollenallergiker, sich im Krankenhaus oder einer Praxis testen zu lassen, damit er genau weiß, auf welche Pollen er überempfindlich reagiert. Mit einem einen Allergietest, zum Beispiel dem so genannten Pricktest, lässt sich das auslösende Allergen ermitteln. Dabei werden bestimmte Pollenextrakte auf den Unterarm oder Rücken getropft und die darunter liegende Haut mit einer Nadel leicht eingestochen. Reagiert der Patient allergisch, röten sich die getesteten Stellen nach 15 bis 20 Minuten und schwellen leicht an.
Zusätzlich lässt sich das Ergebnis durch eine Blutuntersuchung (Enzym-Allergo-Sorbent-Test, Abk. EAST) testen und bestätigen. In ganz speziellen Fällen kann auch ein Provokationstest durchgeführt werden, bei dem  über einen Zerstäuber Pollen in die Nase eingebracht werden. Da es hier zu einer starken allergischen Reaktion kommen kann, sollte der Betroffene mindestens eine halbe Stunde nach dem Test ärztlich überwacht werden. 

Erst der Allergietest ermöglicht dem Patienten eine gezieltere Behandlung.

 

Was kann man gegen eine Pollenallergie tun?

Wie auch bei anderen Allergien ist der erste Therapieschritt beim Heuschnupfen, den Kontakt zum auslösenden Allergen zu vermeiden – in diesem Fall zur allergieauslösenden Pflanze und deren Pollen. Um die akuten Symptome eines Heuschnupfens zu lindern, stehen zahlreiche Medikamente zur Verfügung. Als einzige ursächliche Therapie lässt sich eine Hyposensibilisierung durchführen.

Behandlungsmöglichkeiten mit Antihistaminika

Das wohl einfachste Mittel gegen Allergien und Heuschnupfen jeglicher Art. Dieses Medikament wirkt zuallererst antiallergisch. Die Allergene, die durch den Heuschnupfen in den Körper gelangen, lösen eine Abwehrreaktion aus, bei der u.a. Histamin freigesetzt wird, welches die Allergie auslöst. Das Medikament verhindert, dass das Histamin seine Wirkung zeigen kann. 



Behandlungsmöglichkeit mit Dinatrium cromoglvcicum

Hierbei handelt es sich um ein vorbeugendes Medikament, dass nur wirken kann, wenn es eingenommen wird, bevor sich die ersten Symptome einer Pollenallergie zeigen. Hier zeigt sich, dass es sinnvoll ist, zu wissen gegen welche Gräser, Sträucher oder Bäume man allergisch ist, um rechtzeitig reagieren zu können. 
Anders als Antihistaminika verhindert Dinatrium cromoglycicum, dass Histamin überhaupt freigesetzt wird. Dadurch bleibt eine allergische Reaktion aus. 



Behandlungsmöglichkeit mit Kortison

Kortison ist ein körpereigenes Hormon der Nebennierenrinde, dass von Ärzten eingesetzt wird, um bleibende Schäden von chronischen Entzündungen zurückzuhalten. Da es bei einer längeren Einnahme von Kortison zu Nebenwirkungen wie Wasseransammlung im Gewebe kommen kann, sollte man eine längere Anwendung nur nach Absprache mit seinem  durchführen. Doch nicht nur die Dauer der Einnahme ist abhängig von Nebenwirkungen, sondern auch die Art, wie Kortison verwendet wird. Geringe oder gar keine Nebenwirkungen wurden bei Patienten, die mir Kortisonsalben oder -sprays behandelt wurden festgestellt. Wogegen Patienten, die Kortison in Form von Tabletten, Spritzen oder Zäpfchen einnehmen, unter starken Nebenwirkungen leiden können.



Behandlungsmöglichkeiten durch die Spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung)

Bei der Immuntherapie ist es wichtig, dass sie vor der Blütezeit - also im Zeitraum von Oktober bis Januar - begonnen wird. Der Patient bekommt in steigender Konzentration Pollenallergen unter die Haut am Oberarm injiziert. So werden Antikörper gebildet. Ist die Behandlung einmal angefangen, kann sie auch während einer Pollensaison fortgesetzt werden. Dazu wird die Dosis vermindert. An der Einstichstelle kann es zu Juckreiz oder kleineren Schwellungen kommen. Um sicherzustellen, dass beim Betroffenen nicht doch eine stärkere allergische Reaktion auftritt, sollte dieser nach der Injektion noch etwa eine halbe Stunde in der Arztpraxis bleiben.

Der entscheidende Vorteil an dieser Art der Behandlung ist, dass sie nicht nur die Symptone bekämpft sondern auch die Ursache. Von daher kann die Immuntherapie die Beschwerden einer Pollenallergie erheblich lindern. Jedoch sind die Erfolgsaussichten höchst unterschiedlich. Nicht jeder Allergiker reagiert gleich auf die Behandlung. Interessierte sollten sich bei ihrem Arzt darüber informieren. Die Hyposensibilisierung dauert in der Regel drei Jahre.

Alternativ lässt sich die Hyposensibilisierung auch als Sublinguale Immuntherapie (SLIT) durchführen. Dabei werden Tropfen einer Pollenlösung, ebenfalls in langsam steigender Dosierung, direkt unter die Zunge gegeben. Bei der sogenannte Gräsertablette werden Tabletten mit Pollen des Wiesenlieschgrases (Phleum pratense) langsam unter der Zunge aufgelöst. Allerdings liegen bisher kaum aussagekräftige Studien zum Endergebnis der Gräsertabletten-Hyposensibiliserung vor.

Alternative Therapiemethoden

Neben der medikamentösen Therapie können auch alternative Behandlungsverfahren wie Homöopathie und Akupunktur Linderung verschaffen. Während der Pollensaison können außerdem Nasenduschen mit 0,9-prozentiger Kochsalzlösung die Beschwerden lindern, denn die Lösung spült die allergieauslösenden Pflanzenpollen aus der Nase.

 

Was kann man zur Vorbeugung unternehmen?

  • Pollenquellen wie blühende Wiesen oder Bäume meiden. Durch Pollenflugwarndienste oder Pollenflugkalender über Pollenflugzeiten und die aktuelle Pollenbelastung in der Luft informieren.
  • Die Pollenkonzentration in der Luft ist in ländlichen Gebieten besonders in den frühen Morgenstunden (zwischen 4:00 und 6:00 Uhr) sehr hoch. Zu diesen Zeiten sollten die Fenster geschlossen bleiben. Die niedrigste Pollenkonzentration – und damit ein günstiger Zeitpunkt zum Lüften – liegt hier abends zwischen 18:00 und 24:00 Uhr. Anders in der Stadt: Hier ist die Pollenkonzentration morgens zwischen 6:00 und 8:00 Uhr am niedrigsten, die höchste Pollenkonzentration liegt zwischen 18:00 und 24:00 Uhr vor.
  • Urlaubwährend der Pollensaison planen – zum Beispiel ins Hochgebirge, ans Meer oder auf Inseln. In solchen Regionen ist die Luft meist pollenarm.
  • Rauchen, verrauchte Räume und Schwimmen in gechlortem Wasser vermeiden. Tabakrauch und Chlor reizen die Atemwege zusätzlich und können ebenfalls allergische Beschwerden verursachen.
  • Autofenster geschlossen halten. In Autolüftungen und Klimaanlagen Pollenfilter verwenden und diese auch regelmäßig erneuern.
  • Staubsauger mit so genannten HEPA-Filtern verwenden. Täglich saugen, um Pollen aus Teppichen, Vorhängen und Polstermöbeln zu entfernen. Bei Laminat- oder Parkettboden ist tägliches feuchtes Wischen sinnvoll.
  • Auf Trockenblumen, Wandschmuck oder ähnliches verzichten, hier lagern sich rasch Pollen ab.
  • Vor dem Schlafengehen Haare gründlich waschen und die Kleidung ausserhalb des Schlafzimmers lagern. Bei geschlossenem Fenster schlafen und nur zu pollenarmen Tageszeiten lüften.
  • Bettwäsche regelmäßig wechseln.
  • Wäsche nicht im Freien trockenen.

 

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