Das Immunsystem dient hauptsächlich zur Abwehr von Krankheitserregern und Fremdstoffen, die von außen in den Körper eingedrungen sind. Darüber hinaus kann das Immunsystem krankhaft veränderte körpereigene Zellen erkennen und beseitigen. Das Immunsystem besteht aus einer spezifischen (erworbenen) und einer unspezifischen (angeborenen) Immunabwehr, denen verschiedene Funktionsweisen zugrunde liegen und die sich bei einer Immunantwort gegenseitig ergänzen. In der Folge von Immunreaktionen entstehen Entzündungen, die zur Beseitigung der schädigenden Zellen oder Fremdkörper führen.
Ein gesunder Lebenswandel und eine ausgewogene Ernährung erhalten und stärken das Immunsystem. Es gibt jedoch auch Faktoren, die es aus dem Gleichgewicht bringen und die körpereigene Abwehr drastisch einschränken:
Einer der wichtigsten Aspekte ist in dieser Hinsicht das Rauchen. Der inhalierte Rauch schädigt die Flimmerhärchen in Luftröhre und Bronchien, so dass sie keine Schadstoffe mehr nach außen transportieren können – Verschleimung und Infektionen sind die Folge. Weitaus schlimmer sind jedoch die durch den Konsum von Zigaretten in den Blutkreislauf gelangenden, krebserregenden Substanzen. Sie bringen Zellen dazu, zu entarten und lösen, wenn ihre Zahl schließlich die körpereigene Abwehr überfordert, Lungen-, Kehlkopf-, Mundhöhlen- und Speiseröhrenkrebs aus. Fast genauso schädlich ist der übermäßige Genuss von Alkohol, denn dieser greift die Schleimhäute nachhaltig an und erhöht das Risiko für Krebs der Mund- oder Rachenschleimhaut laut medizinischen Studien um das Sechsfache. Also: Niedrigprozentiger Alkohol (z.B. Rotwein) in Maßen kann durchaus gesund sein, hochprozentiges im Übermaß ist jedoch durchweg Gift für das Immunsystem.
Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist die Rolle unseres äusseren Schutzmantels – der Haut: Exzessives Sonnenbaden oder häufige Solariumsbesuche verursachen nicht nur Hautkrebs, sondern schwächen auch das Immunsystem. Beispiel: Nach einem ausgiebigen Sonnenbad entstehen häufig Herpesbläschen am Mund. Diese sind Ausdruck einer Virusinfektion. Genauso schädigend kann sich übermäßige Hygiene (zu häufiges Duschen oder baden) auswirken, die den Säureschutzmantel der Haut zerstört und krankheitserregenden Bakterien die Vermehrung erlaubt. Auch sollte auf die Benutzung von pH-neutralen Shampoos, Dusch- und Badezusätzen geachtet werden.
Darüber hinaus wird die Reaktionsfähigkeit des Immunsystems durch Faktoren wie Ernährung, Darmflora bzw. physischen und psychischen Zustand beeinflusst. Fehlen z.B. in der Nahrung dauerhaft bestimmte Stoffe wie Eisen, Zink oder Vitamine, ist die Fähigkeit des Körpers zur Immunabwehr herabgesetzt. Auch Stressfaktoren können die Immunabwehr erheblich beeinflussen. Maßnahmen wie eine vernünftige Abhärtung und regelmäßige Bewegung in Form von Spaziergängen oder leichtem Sport stärken das Immunsystem. Auch verschiedene naturheilkundliche Verfahren wie Hydrotherapie (Sauna, Bäder, Wechselduschen) oder Phytotherapie (Anwendung pflanzlicher Extrakte, z.B. Sonnenhut oder Arnikawurzel) wirken sich positiv auf die Funktionsfähigkeit des Immunsystems aus.
Das Immunsystem bietet jedoch nicht nur Immunität gegen Erreger oder tötet Tumorzellen ab, sondern kann auch auf unerwünschte Weise wirken: Allergien sind z.B. die Folge einer überschießenden Immunreaktion. Bei so genannten Autoimmunerkrankungen richtet sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen und schädigt diese. Ist die Erkennung von krankhaft veränderten körpereigenen Zellen gestört, kann es zur Entwicklung von bösartigen Tumoren kommen. Außerdem ist das Immunsystem für die Abstoßungsreaktion auf transplantierte Organe verantwortlich.
Wenn das Immunsystem gestört ist und somit die Immunreaktion des Organismus bei Kontakt mit Krankheitserregern oder Fremdstoffen unzureichend ist oder ganz fehlt, sind die Betroffenen anfälliger für Infekte. Solche Störungen des Immunsystems können als so genannte Immunschwächekrankheiten auftreten. Sie können sowohl in Form von Gendefekten, aufgrund derer eine oder mehrere Komponenten des Immunsystems gestört sind, angeboren sein als auch durch bestimmte Erkrankungen (z.B. Leukämie, AIDS) im Lauf des Lebens erworben werden.