Besonders im Winter, wenn die Zeit der Erkältungen beginnt, ist es wichtig, das Immunsystem durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu unterstützen, um Infekten vorzubeugen. Das Immunsystem stellt kein isoliertes System dar, sondern unterliegt verschiedenen inneren und äußeren Einflussfaktoren. Diese können besonders durch die Auswahl der aufgenommenen Nahrung beeinflusst werden. Damit alle für die Abwehr entscheidenden Stoffwechselvorgänge ablaufen können, ist es notwendig, auf die ausreichende Zufuhr essentieller, d.h. von aussen zugeführter Nährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe) angewiesen.
Sekundäre Pflanzenstoffe stärken das Immunsystem
Die als sekundäre Pflanzenstoffe (kurz SPS) bezeichneten, natürlichen Inhaltsstoffe von Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Getreide sind besonders für ihre immunmodulierende, also das Immunsystem stärkende, Wirkung bekannt. Sie werden inzwischen - was ihre Bedeutung für die Gesundheit angeht - vielfach auf eine Stufe mit Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen gestellt, da sie zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzen und wichtige Schutzstoffe darstellen. So besitzen einige SPS eine antimikrobielle Wirkung, indem sie Zahl und Aktivität der krankheitserregenden Mikroorganismen vermindern. Zu den SPS zählen unter anderem die Carotinoide und Flavonoide.
Im Falle einer Erkältungskrankheit empfiehlt es sich, eine Ernährung zu wählen, die reich an Vitaminen und SPS ist, um im Körper ein antimikrobielles Klima zu schaffen. Da eine Infektion jedoch oft nicht bewusst wahrgenommen wird und erst in Erscheinung tritt, wenn die Erreger sich bereits im Körper ausgebreitet haben, sollte zur Vorbeugung darauf geachtet werden, dass Obst, Gemüse und Vollkornprodukte generell den wichtigsten Platz auf unserem Speiseplan einnehmen.
Knoblauch – seit über 2000 Jahren als Antiseptikum bekannt
Knoblauch ist bereits seit den Zeiten von Aristoteles und Hippokrates für seine antimikrobiellen Eigenschaften bekannt. Im 2. Weltkrieg wurde Knoblauch als Antiseptikum (keimabtötendes Mittel) gegen Wundbrand verwendet, was auf der Tatsache beruht, dass die Pflanze den wahrscheinlich höchsten Wert an antimikrobiellen Inhaltsstoffen aufweist. Dieser Effekt beruht auf den in ihr enthaltenen, schwefelhaltigen Verbindungen. Knoblauchsaft hemmt in vitro (also im Reagenzglas) selbst bei starker Verdünnung (1:125.000) das Wachstum von Staphylokokken, Streptokokken, Vibrionen, Bazillen, Pilzen und Hefen. Zwiebeln, Lauch, Schalotten und Schnittlauch weisen zwar eine nicht ganz so hohe Konzentration auf, sind jedoch ebenfalls effektiv.
Die verschiedenen Kohlarten unterstützen – genau wie die keimabtötenden "Küchengehilfen" Kresse, Meerrettich und Senf – den Organismus aufgrund der in ihnen enthalten Senföle mit antimikrobieller Wirkung bei der Abwehr. Kohlgemüse enthält darüber hinaus Glucosinolate, die ihre antimikrobielle Wirkung speziell in den ableitenden Harnwegen entfalten.
Viren effektiv bekämpfen – mit Äpfeln und Beeren
Obst und Gemüse, vor allem Zwiebel, Grünkohl, Äpfel und Beeren, haben aufgrund ihres Gehalts an Quercetin, einem Flavonoid, eine antimikrobielle Wirkung, speziell gegen Viren. Die antivirale Wirkung steht vermutlich im Zusammenhang mit ihrer Fähigkeit, virale Proteine (Eiweiße) zu binden sowie die Vermehrung der Viren zu beeinträchtigen. Flavonoide sind weit verbreitete Farbstoffe im gelben oder rot-violetten Farbspektrum. Eine klinische Studie ergab, dass Quercetin aus erhitzten Zwiebeln vom Körper am effektivsten verwertet wird. In isolierter Form verabreichtes Quercetin wurde in dieser Studie vom Körper deutlich schlechter aufgenommen als Quercetin aus Zwiebeln.
Vitamine und Spurenelemente – die stillen Helfer
Eine weitere, wichtige Rolle in der Funktion des Immunsystems spielen die Mineralstoffe und Spurenelemente, insbesondere Eisen, Zink und Selen. Eine Unterversorgung bedeutet meist eine eingeschränkte Immunantwort, so dass stets auf eine ausreichende Versorgung – zum Beispiel durch abwechslungsreiche Mischkost – geachtet werden sollte.
Zuletzt bleibt noch das altbekannte Vitamin C, das zwar selbst – entgegen vielfacher Annahmen – keinen Schutz vor Erkältungskrankheiten bietet, jedoch Schwere und Dauer der Infektion verringert. Vitamin-C-reiche Obst- und Gemüsesorten,wie Kiwi, Zitrusfrüchte, grüner Paprika, Sauerkraut, Rote Rüben und Kartoffeln helfen uns also ebenfalls, gut durch den Winter zu kommen.